Alle Artikel in: Natur und Garten

Innere Wetterlage

Einmal wieder war es gestern ein Kind, das meine Achtsamkeitsglocke angeschlagen und mir gezeigt hat: so oft sehen wir nur einen Ausschnitt der Wahrheit, so oft urteilen wir und kennen doch nur ein winziges Teil vom großen Puzzle. Innerlich fluchend schleppt ich meine Einkäufe über einen matschigen Parkplatz zum Auto. Nasskalt war es, es nieselte, die graue Wolkendecke hing tief. Während ich noch fröstelnd damit beschäftigt war meinen Kram zu verstauen, tauchten hinter mir Kinderstimmen auf und plötzlich hörte ich den jubelnden Aufschrei eines Mädchens: „Schaut mal – eine Pfütze!“ Und da standen sie dann zu viert um eine Riesenpfütze mit einer Freude und einer Begeisterung, als wäre ihnen gerade ein Wunder über den Weg gelaufen. Und ich stand da und fragte mich, wann ich mich eigentlich zum letzten Mal so über eine Pfütze gefreut habe. Und wer eigentlich darüber bestimmt, was ich sehe und was meine Stimmung oder meine innere Wetterlage beeinflusst. Einmal wieder zeigt sich: das Wetter da draußen kann ich nicht verändern. Meine innere Ausrichtung hin zur Freude, zur Begeisterung und zur …

Galway Kinnell: Die Knospe

Die Knospe steht für alles selbst für jene Dinge, die nicht blühen, denn alles blüht, aus sich selbst, aus innerem Glück, obwohl es manchmal nötig ist, ein Ding nochmals seine Liebenswürdigkeit zu lehren, einer Blume die Hand auf die Stirn zu legen ihr mit Worten und Berührungen zu sagen, wie schön sie ist, bis sie wieder aus sich selbst blüht, aus innerem Glück. aus Sharon Salzberg: Metta Meditation. arbor 2006

Schlichtes Tun

Im Sinne der Achtsamkeit ist es wohl nicht besonders hilfreich, vergangene Zeiten zu idealisieren oder zu glauben, dass früher alles besser war. Und doch spüre ich immer mal wieder so ein kleines Seufzen in mir und eine kleine romantische Sehnsucht nach dem „einfachen Landleben“. Ich stelle mir dann gerne vor wie es wohl wäre, die eigenen Kartoffeln zu ernten, Tiere zu versorgen und in einer Gemeinschaft mit anderen Menschen auf einem Hof zu leben. Ich hätte dann unbedingt auch einen großen Sonnenhut, eine Bank in der Sonne mit Blick auf den Gemüsegarten und sonntags gäbe es immer frischen Apfelkuchen. Die Realität eines solchen Lebens blende ich dann natürlich gerne aus – und auch die Frage, wie es wirklich wäre, als „Selbstversorger“ zu leben oder wer wohl sonntags früh aufstehen würde, um für alle Kuchen zu backen. Wenn ich in dieser Sache tiefer schaue gibt es zum einen den Wunsch, mehr mit der Natur verbunden zu sein und mehr im Rhythmus der Natur leben zu können. Zum anderen stelle ich mir vor, dass so ein mit …